Wenn Retter am Retten gehindert werden

Seenotrettung wird weiter unmöglich gemacht

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In einem Interview mit Euractiv erklärt Jana Ciernioch, Communications Manager für SOS Mediterranée, was die EU seit 2015 alles unternommen hat, um die Seenotrettung zu erschweren oder sogar ganz zu verhindern. Sie verdeutlicht, dass all diese Maßnahmen im Grunde gegen internationales Recht verstoßen. So sagt sie unter anderem:

„Was im Mittelmeer passiert ist keine Naturkatastrophe, sondern eine vermeidbare humanitäre Tragödie. Europäische Entscheidungsträger können etwas tun, damit diese Tragödie beendet wird. Aber solange Menschen ihr Leben aus seeuntüchtigen Booten riskieren müssen, weil sie keinen anderen Weg finden, vor der Gewalt und Willkür in Libyen zu fliehen, und solange es kein europäisches Rettungssystem gibt, müssen wir vor Ort sein. Wir fordern, nicht am Leben retten gehindert zu werden.“

Wir finden es nach wir vor unfassbar, dass Europa hier so umfassend versagt und täglich Menschen ertrinken lässt. Als im Juni kein Seenotrettungsschiff unterwegs war, ertranken allein in diesem Monat 600 Menschen!

Auf der Website von SOS Mediterranée könnt ihr eine europaweite Petition unterzeichnen, für die Aquarius, und für die zivile Seenotrettung.