Psychische Erkrankungen bei Geflüchteten

Wie das geltende Asylrecht Menschen noch kränker macht

Hockender Mann mit Hoodie auf Bahnsteig

©lechenie-narkomanii/pixabay

Ein Aspekt, der in der ganzen Debatte um Migration und Integration oft untergeht, ist, dass drei von vier Geflüchteten schwere Traumata erlitten haben: Sie mussten mit ansehen, wie Angehörigen Gewalt angetan wurde oder diese sogar getötet wurden. Sie wurden selbst geschlagen, missbraucht, gefoltert. Sie haben Bombardierungen überlebt und dabei Freunde und Verwandte verloren. Man kann sich das kaum vorstellen.

Sehr viele Geflüchtete, bis zu 70 Prozent, leiden daher unter Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen wie Panikattacken und anderen Angststörungen. Und sie werden leider in viel zu geringem Umfang dabei unterstützt, diese schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Es mangelt an dafür ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten, an Dolmetschern, auch an dem dafür nötigen Geld und der Organisation.

Im sehr lesenswerten ZEIT-Artikel Ein Asylrecht, das krank macht, werden die bestehenden Hürden umfassend beschrieben. Die Erhebungen und Studien werden genannt, Fachleute zitiert. Und am Beispiel von Said, einem minderjährigen afghanischen Flüchtling, wird auch sehr nachdrücklich gezeigt, was therapeutische Hilfe leisten kann.

Aber das muss natürlich politisch gewollt sein … und leider ist eher das Gegenteil der Fall, wie wir ja wissen.