Syrisches Flüchtlingskind

Geflüchtete sind nicht das Problem

Syrisches Flüchtlingskind

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Migration ist nicht ursächlich für Rechtsruck

Das ist wirklich spannend: Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des „Mercator Forums Migration und Demokratie“ an der Technischen Universität Dresden hat die so genannte „Flüchtlingskrise“ nur bereits bestehende Konfliktlinien sichtbarer gemacht.

Im Artikel „Nur ein Katalysator“ auf domradio.de werden weitere Erkenntnisse der Studie zitiert, z. B.:

Die Studie zeige auch, dass der starke Anstieg ein- und durchreisender Flüchtlinge und Migranten nur anfänglich entscheidend für die Mobilisierung einer rechtspopulistischen Anhängerschaft gewesen ist.

Das ist interessant, denn häufig wird ja auch in den Medien das Erstarken der rechtspopulistischen Bewegungen in einen direkten Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema gebracht. Aber damit machen wir es uns offenbar zu einfach. Die Lektüre des Artikels lohnt!

Psychische Erkrankungen bei Geflüchteten

Wie das geltende Asylrecht Menschen noch kränker macht

Hockender Mann mit Hoodie auf Bahnsteig

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Ein Aspekt, der in der ganzen Debatte um Migration und Integration oft untergeht, ist, dass drei von vier Geflüchteten schwere Traumata erlitten haben: Sie mussten mit ansehen, wie Angehörigen Gewalt angetan wurde oder diese sogar getötet wurden. Sie wurden selbst geschlagen, missbraucht, gefoltert. Sie haben Bombardierungen überlebt und dabei Freunde und Verwandte verloren. Man kann sich das kaum vorstellen.

Sehr viele Geflüchtete, bis zu 70 Prozent, leiden daher unter Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen wie Panikattacken und anderen Angststörungen. Und sie werden leider in viel zu geringem Umfang dabei unterstützt, diese schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Es mangelt an dafür ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten, an Dolmetschern, auch an dem dafür nötigen Geld und der Organisation.

Im sehr lesenswerten ZEIT-Artikel Ein Asylrecht, das krank macht, werden die bestehenden Hürden umfassend beschrieben. Die Erhebungen und Studien werden genannt, Fachleute zitiert. Und am Beispiel von Said, einem minderjährigen afghanischen Flüchtling, wird auch sehr nachdrücklich gezeigt, was therapeutische Hilfe leisten kann.

Aber das muss natürlich politisch gewollt sein … und leider ist eher das Gegenteil der Fall, wie wir ja wissen.

Nachwuchs gesucht: Lehrer*innenprojekt für Geflüchtete

Lehrkräfte Plus an der Ruhruni Bochum

Klassenzimmer

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In diesem Sommersemester konnten erstmals 25 Geflüchtete, die in ihrer Heimat als Lehrer*innen tätig waren, an der RUB an diesem Projekt teilnehmen.

„Das Programm „Lehrkräfte Plus“ bietet ihnen eine neue Perspektive. Durch dieses Projekt haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich auf sprachlicher Ebene, in Form eines Deutschkurses und auf fachlicher Ebene, unter anderem durch fachwissenschaftlich-fachdidaktische Vertiefungen und Hospitanzen an Schulen weiterzubilden. Außerdem gewinnen sie Einblicke in das nordrhein-westfälische Schulsystem. So sollen die Chancen erhöht werden, eine Stelle in ihren erlernten Jobs mit Unterrichtsfächern wie Englisch, Mathematik, Französisch, Chemie, Physik oder Sport an Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu bekommen.“ (Quelle: bszonline)

Die Bewerbungsphase für das kommende Sommersemester startet jetzt und läuft bis zum 16. November. 

Hier findet ihr alle Informationen zu den Inhalten des Projekts Lehrkräfte Plus und zum Bewerbungsablauf.

Wir finden, dass das ein tolles Projekt für Integration ist und wünschen allen Teilnehmenden viel Erfolg!

Schweisser

Mehr Arbeitsplätze durch Zuwanderung

Geflüchtete sind keine Konkurrenz für deutsche Arbeitnehmer

Schweisser

©JonKline/pixabay

Dass Geflüchtete deutschen Arbeitnehmern die Arbeitsplätze wegnehmen oder die Löhne drücken, wird von den Rechten immer wieder behauptet – in der Regel wie gewohnt ohne Faktenunterstützung. In einem Interview, das Prof. Herbert Brücker, Direktor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität und Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, dem Mediendienst Integration gegeben hat, wird deutlich, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

Demnach profitieren deutsche Arbeitnehmer sogar von der Zuwanderung, weil die Maßnahmen zur Integration die Konjunktur eher angekurbelt haben. Mehr verfügbare Arbeitskräfte bewirken, dass in der Wirtschaft mehr investiert wird. Die Zuwanderung dort also tatsächlich für mehr Arbeitsplätze statt weniger.

Und außerdem konkurrieren die Zugewanderten selten mit deutschen Arbeitnehmern um dieselben Arbeitsplätze, sondern gehen in Bereiche, für die viele Deutsche sich nicht interessieren.

Hier findet ihr das vollständige Interview mit dem Titel „Drücken Flüchtlinge die Löhne?“ Wir finden, das ist eine weitere gute Argumentationshilfe.

Drei Paar Hände

Kostenfreie Broschüre zur Integration

Gemeinsam gestalten

Drei Paar Hände

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Unter diesem Titel ist seit kurzem eine kostenfreie Broschüre des vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderten Modellprojekts „DialogBereiter – Unterkunft sucht Nachbarschaft“ erhältlich. Das Projekt-Team hat dafür in über 300 Gesprächen mit Flüchtlingen und Integrationshelfer*innen Best-Practice-Beispiele gesammelt, aber auch weniger positive Erfahrungen notiert, um den Intergrationsprozess für alle Beteiligten zu erleichtern.

„Wir beschäftigen uns darin mit den Phasen der Integration und zentralen Herausforderungen und Wünschen aus der Sicht Geflüchteter sowie mit Bedürfnissen von Ehrenamtlichen und Tipps für die Interaktion mit der Nachbarschaft von Unterkünften,“ schreiben die DialogBereiter, bei denen die Broschüre auch im Printformat kostenlos bestellt werden kann.

Anhand der vier Phasen der Integration „Ankommen – Erkunden – Lernen – Unabhängig werden“ werden viele Situationen beleuchtet und Anregungen gegeben. Ein zentrales Anliegen des Projektes ist es, das die unzähligen Initiativen, Ehren- und Hauptamtlichen, kommunalen Stellen und Unterkunftsbetreiber voneinander lernen können.

Weitere Informationen zum Projekt „DialogBereiter“ und zur Broschüre findet ihr auf der Seite des BAMF.

Wie Integration gelingen kann

Unternehmer setzen sich ein für Bleiberecht

Time for a change

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Wenn Flüchtlinge integriert werden sollen, dann gehört dazu, dass sie Arbeit finden. Das Problem: Entscheiden Unternehmen sich dafür, Flüchtlinge einzustellen, dann gibt es oft keine Garantie, dass diese auch bleiben dürfen. Denn viele warten lange auf den Bescheid des „Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge“, kurz „BamF“. Und wenn der kommt, ist er nicht immer positiv.

Das ist nicht nur für die betroffenen Menschen eine schwierige Situation. Sie haben Deutsch gelernt, eine Wohnung gefunden, gehen arbeiten und verdienen eigenes Geld, so dass sie das Sozialsystem in Deutschland sogar entlasten statt ihm zur Last zu fallen. Und trotzdem kann es passieren, dass der Ablehnungsbescheid kommt und sie von einem Tag auf den anderen zurück in ihre Herkunftsländer müssen. Und wir wissen ja, dass zum Beispiel Afghanistan als „sicher“ gilt, obwohl dort jede Woche Anschläge passieren.

Gleichzeitig ist die Situation aber auch für immer mehr Unternehmen untragbar, vor allem für die im ländlichen Raum, die ohnehin Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter zu finden. Hier wächst der Unmut über die Situation deutlich. Und immer mehr Unternehmer setzen sich für ein Bleiberecht ihrer Mitarbeiter*innen ein und rechnen vor, was dem Staat – und damit uns allen – für Kosten entstehen, wenn gut integrierte, arbeitsfähige und -willige Menschen das Land wieder verlassen müssen. Ganz unabhängig von der menschlichen Komponente.

Im Deutschlandfunk Kultur könnt ihr den vollständigen Beitrag zu diesem wichtigen Thema anhören oder lesen.

Herz aus Spielfiguren

Was tun gegen rechte Gewalt?

Dein Beitrag für ein demokratisches Miteinander

Herz aus Spielfiguren

©MetsikGarden/pixabay

Vielleicht hast du dich auch schon öfter gefragt, was du ganz persönlich eigentlich tun kannst, um dem wieder erstarkenden Rechtsextremismus und rechter Gewalt entgegen zu treten. Denn eins ist klar: Wir können uns offenbar nicht allein darauf verlassen, dass die staatlichen Institutionen konsequent gegen Rechtsextreme vorgehen. Aber hilflos daneben zu stehen und sich ohnmächtig zu fühlen, ist eben auch keine gute Idee.

MUT gegen rechte Gewalt, ein Projekt der Zeitschrift Stern und der Amadeu-Antonio-Stiftung, haben 8 Punkte zusammengestellt, die dir helfen können zu entscheiden, wie du dich für eine demokratische Zivilgesellschaft einsetzen kannst. Denn dafür existieren eine Reihe guter Möglichkeiten, und das Gute daran ist: Du bist nicht allein, und es gibt dir das Gefühl, selbst etwas tun zu können. Im Artikel findest du auch eine Menge weiterführender Links. Merke: Nichts zu tun ist auch keine Lösung! ;-)

Lies weiter und erfahre, Was wir jetzt alle tun können.

Oder schau dich bei unserem Beitrag um: Was kann ich sonst noch tun?

Favicon - AUCH "das Volk"

Nazis erkennen leicht gemacht

Eine Checkliste für Wutbürger

Nach den Krawallen in Chemnitz hörte man ja immer wieder das Argument, nicht alle, die bei dem „Trauermarsch“ für den getöteten Daniel H. mitmarschiert seien, wären Nazis gewesen. Die bösen Medien (vulgo: „Lügenpresse“) hätten das Bild verfälscht. Undsoweiterundsofort.

Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, Nazis zu erkennen, wie Christian Stöcker in einer Kolumne auf Spiegel Online deutlich macht.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Bei Demonstrationen, bei denen offenkundig Nazis mitmarschieren, handelt es sich um Nazi-Demonstrationen. Eigentlich ganz simpel und leicht zu merken.

Schön auf den Punkt bringt es der Autor hier:

Jedenfalls ist es aus den oben genannten Gründen für Nicht-Nazis unmöglich, sich mit Nazis vorübergehend und zweckgebunden zu verbünden. Wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder ein nützlicher Idiot der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Tja.

 

Aufruf Großdemo #unteilbar

Großdemo am 13.10.2018 in Berlin: #unteilbar

Wer fährt mit nach Berlin?

Aufruf Großdemo #unteilbarUnter dem Motto SOLIDARITÄT STATT AUSGRENZUNG – FÜR EINE OFFENE UND FREIE GESELLSCHAFT organisiert ein breites Bündnis aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Kräften diese Kundgebung.

Wir finden, es wird höchste Zeit, dass wieder ganz, ganz viele Menschen auf die Straße gehen und den braunblauen Schreihälsen zeigt: Wir sind die Mehrheit!

Strichmenschenkette ©Tobias Vogel

Strichmenschenkette gegen Nazis

Strichmenschenkette ©Tobias Vogel

©Tobias Vogel

Der Zeichner Tobias Vogel, auch bekannt als Krieg und Freitag, hat eine wunderbare Spendenaktion ins Leben gerufen, als Reaktion auf die Ausschreitungen in Chemnitz. Für jede gespendeten 5 Euro schließt sich ein weiteres Strichmännchen oder -frauchen der Strichmenschenkette gegen Nazis an. Vom Erfolg seiner Aktion wurde er regelrecht überrollt: Die ursprünglichen 5000 Euro Spendenziel hat er nach nur einem Tag auf 10.000 Euro erhöht, und auch dieser Betrag wurde inzwischen erreicht. Das Geld stellt er dem Sächsischen Flüchtlingsrat zur Verfügung.